ORFEO International - Katalog

CDs

C 602 033 D

Benjamin Britten

Billy Budd

Orfeo • 3 CD • 2h 42min

Bestellnr.: C 602 033 D

Preis der deutschen Schallplattenkritik Bestenliste
ffff Télérama
R 10 Classica
Excepcional scherzo

Komponisten/Werke:

B. Britten: Billy Budd op. 50 (Oper in zwei Akten)

Mitwirkende:

Neil Shicoff (Edward Fairfax Vere)
Bo Skovhus (Billy Budd)
Eric Halfvarson (John Claggart)
Robert Bork (Mr. Redburn)
Wolfgang Bankl (Mr. Flint)
David Cale Johnson (Lieutenant Ratcliffe)
John Dickie (Red Whiskers)
Geert Smits (Donald)
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper
Donald Runnicles (Dirigent)


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Benjamin Brittens siebtes Bühnenwerk „Billy Budd“, vieraktig in London uraufgeführt, 1960 zur zweiaktigen Fassung gestrafft, macht sowohl auf der Platte wie auf der Bühne eine beachtliche Spätkarriere. Existierte 30 Jahre lang lediglich eine vom Komponisten selbst dirigierte Studioproduktion der Zweitfassung (Decca), so brach Kent Nagano 1994 live eine Lanze für die Urfassung (Erato), während Richard Hickox sich 1999 im Studio wiederum für die Zweitversion entschied (Chandos). 2001 machte sich auch die Wiener Staatsoper mit einer Erstaufführung (in der vieraktigen Version) für das Werk stark, die jetzt als Livemitschnitt vorliegt.

An diesem Premierendokument beeindrucken vor allem die exzellenten Leistungen der drei Protagonisten: Bo Skovhus als Titelheld verkörpert stimmlich – und auch optisch – das Idealbild des naiv-unschuldigen Sonnyboys Billy, der der Intrige seines perfiden Gegenspielers John Claggart chancenlos ausgeliefert ist. Eric Halfvarson stattet diese abgrundtief schwarze Nachtgestalt mit aller Bedrohlichkeit eines Nachkommen von Verdis Jago aus. Seine beiden Kollegen an stimmdarstellerischer Intensität noch überragend: Neil Shicoff als Captain Vere, der sich damit eine weitere jener zerrissenen, zweifelnden Figuren erarbeitete, die inzwischen zu seiner Spezialität geworden sind. Die in düsteren Farben gehaltene, sinfonisch angelegte Partitur, die fast durchweg – nur durch wenige lichte Shanties unterbrochen – die lastende, hermetische Atmosphäre des Stücks evoziert und die größte Besetzung aller Britten-Opern fordert, wurde vom spannungsdichten Dirigat Donald Runnicles’ faszinierend umgesetzt. Runnicles und das blendend disponierte Orchester der Staatsoper überzeugten nicht durch auftrumpfende Akzente in den mächtigen forte-Steigerungen, sondern vielleicht noch mehr in den delikaten instrumentalen Details, mit denen Britten vielfältig konstratierende Stimmungen erzeugt: geisterhaftes Zwielicht im Prolog, elegische Verträumtheit in Billys Lullaby, hasserfüllte Drohgebärde in Claggarts Monolog.